Der 10 ha große Schlosspark liegt mitten in Kropstädt und passt sich auslaufend
zur Kropstädter Heide in die Landschaft ein.

Die Schlossinsel, das Herzstück der Anlage, ist von einem Wassergraben umgeben
und ca. 110 m im Durchmesser. Die Besonderheit hier ist auf dem ersten Blick
das Schloss, an dessen Stelle stand 1150 die Wasserburg Liesnitz.

Da von der Burg ein schreckliches Raubrittertum ausging, wurde sie von den
Wittenbergern 1358 gestürmt, völlig zerstört und dem Erdboden gleich gemacht.
Nach der Sitte der Zeit führten sie den Pflug über die Trümmer
und streuten Salz in die Furchen. Das Land sollte nie wieder bebaut werden.
Seit dieser Zeit galt die Stelle als grob, d.h. verflucht.
Diese Bezeichnung wurde als Name für das Herrenhaus verwendet,
welches 1550 Graf Kuno von Thümen auf den Trümmern errichten ließ.
Dieses "Haus Grobstätt" wurde 1650 in "Haus Kropstädt" umbenannt.

1842/43 erfolgte der Abriss des alten, marode gewordenen Hauses und die Errichtung
von Wirtschaftsgebäuden außerhalb der Insel.

1855 und 1856 wurde durch den damaligen Besitzer Friedrich Adolf Karl von Leipziger
nach den Plänen des Berliner Baurats Hitzig im englisch-gotischen Stil
das heutige Schloß Kropstädt erbaut, hier wird auch die Parkanlage das erste Mal
in den Papieren erwähnt. 1908 - 1910 erfolgten letztmalig Erweiterungsarbeiten am Schloss,
so dass es bis heute seine Form erhalten hat.

Weitere Daten zum Schloss:

1945 wurde die Familie von Arnim auf Grund der Bodenreform enteignet.
Es entstand ein Kinderheim und anschließend ein Mütter- und Säuglingsheim.
Die letzten Mütter und Kinder verließen das Haus 1991.
1992 wurde das Schloss als "Bildungszentrum Schloß Kropstädt" geführt.
1998 wird das Schloss privatisiert, zum Hotel und Restaurant umgebaut
und einer weiteren umfangreichen Sanierung unterzogen.

Parkführung

Die Feststellung, in welchem Jahr die Parkanlage genau angelegt wurde,
gestaltet sich sehr schwierig. 1783 wurde erwähnt, dass sich in unmittelbarer Nähe
des Gutshauses sechs Nutzgärten befanden:
der Luft-, Küchen-, der Bienen-, der Kraut-, der Schulz- und der Brauhausgarten.
Beim Rundgang um die Schlossinsel hat man einen Blick auf die weitere Parkanlage
mit ihren riesigen alten Bäumen und ihren Gewässern.

Durch seinen imposanten, vielfältigen und speziellen Bestand an Bäumen
ist der Park ideal für Spaziergänge in jeder Jahreszeit.
Gleich neben dem Haupteingang steht der mit beeindruckendste Baum des Parks,
der mehr als 150-jährige Ginkgobaum, er ist der zweitälteste in Deutschland.


Am eindrucksvollsten ist im Juni die Rhododendron-Blüte, die riesigen Büsche mit den
prachtvollen Blüten sind eine Augenweide.


Der heutige Schlossgraben ist der letzte von ursprünglich drei Gräben, die zur
strategischen Sicherung der Wasserburg von 1150 angelegt wurden.

Bei vielen Bäumen im Park wird das Alter auf über 150 Jahre datiert.



Man kann imposante Nadelbäumen, Esskastanien, Linden, Platanen, Eichen ,
sowie einen sehr alten Gewürzstrauch und einen Perückenstrauch anschauen.
Der beeindruckendste Baum des Parks ist der 150-jährige Tulpenbaum.

1806 hat sich Napoleon im Park unter einer Eiche mit seinen Generälen beraten.
Die legendäre Napoleon-Eiche fiel einem Blitz zum Opfer und wurde später entfernt.

Am Brauteich entlang kann man eine Besonderheit des Parks erkennen,
die Sichtachsen, die durch den Baumbestand angelegt wurden,
von welchen man das Schloss direkt sehen kann. Umgekehrt kann man durch die Sichtachsen
auf die Parkanlage hinter dem Graben blicken.
Ursprünglich sah man durch die Flucht bis weit hinter den Park .